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Wandelanleihen machen bei jedem Börsenwetter eine gute Figur 

 

Mit Wandelanleihen erhalten Anleger die Sicherheit von Anleihen und zugleich die Chancen von Aktien. Sie sind so anpassungsfähig, dass sie in beinahe jedem Marktumfeld gut aussehen. Denn in bestimmten Phasen entwickeln sie sich eher aktienähnlich, in anderen stehen ihre Eigenschaften als Anleihe im Vordergrund. Angesichts von Negativzinsen und nach knapp zehn Jahren Hausse bieten sie sich als All-Wetter-Investment an. Denn Anleger dürfen sich darauf verlassen: Mit ihrer buchstäblichen Wandelfähigkeit stellen sie sich auch in Zukunft wie von selbst auf ihre Umgebung ein.

 

Wer bis Mitte 2019 gedacht hatte, die schwierigsten Zeiten für Zinsinvestoren seien überstanden, musste sich getäuscht sehen: Angesichts sich eintrübender Konjunkturaussichten und hartnäckig niedriger Inflation leitete erst die US-Notenbank Fed einen erneuten Zyklus sinkender Zinsen ein, und praktisch zeitgleich schwenkte auch die EZB wieder um. Die Folge: Der Anlagenotstand hat sich noch einmal verschärft. Ende Oktober 2019 waren weltweit negativ verzinsliche Anleihen im Volumen von über 12 Billionen Euro ausstehend. Mit Ausnahme der 30-jährigen hatten alle Bundesanleihen hatten eine negative Rendite. Und eine österreichische Staatsanleihe mit 97 Jahren Restlaufzeit rentierte mit gerade einmal 0,97 %. Ausweichen auf andere Segmente? Geht kaum noch, wenn selbst die Renditen von High-Yield Anleihen ins Negative rutschen. Ein Beispiel: FiatChrysler, Rating BB+, fällig im März 2021: –0,15% (Stand 31. Oktober 2019). Und es war bei weitem nicht die einzige.

Der Eindruck verfestigt sich, dass wir noch eine Weile mit faktischer Zinslosigkeit zurechtkommen müssen. Ein Ausweichen auf Aktienmärkte ist für viele Investoren keine gangbare Option. Entweder weil sie grundsätzlich das Risiko scheuen. Oder weil sie ihr Risikobudget für Aktien bereits ausgereizt haben. Zudem wissen wir nicht, was die Zukunft bringt – und erst recht nicht, was die Aktienmärkte bringen. In dieser Zeit kann eine Erkenntnis von Charles Darwin Orientierung geben: „Es ist nicht der Stärkste, der überlebt. Auch nicht der Intelligenteste. Sondern derjenige, der am besten auf Veränderungen reagiert“, sagt der Pionier der Evolutionstheorie. Kurz: In Zeiten der Unsicherheit gewinnen die Anpassungsfähigen. 

 

Alternative mit höherem Ertragspotenzial

Wandelanleihen bieten sich für Zinsinvestoren an, die nicht direkt in den Aktienmarkt investieren dürfen oder wollen, sich aber aufgrund des Nullzinsumfeldes gezwungen sehen, nach Alternativen mit höherem Ertragspotenzial zu suchen. Sie nutzen Wandelanleihen als Ergänzung traditioneller Strategien im Rentenbereich sowie zu Unternehmensanleihen, High Yield Bonds oder auch Emerging Markets Corporate Bonds. 

Genauso können Wandelanleihen für defensiv eingestellte Aktieninvestoren von Interesse sein, die an der Nachhaltigkeit der derzeitigen Bewertungen zweifeln und mit Rückschlägen rechnen. Denn dank ihrer Konvexität ermöglichen Wandelanleihen per indirektem Aktien-Exposure bei begrenztem Risiko die effiziente Implementierung von Aktienchancen. Diese defensivere Positionierung schont das Risikobudget, ohne das Kurspotenzial von Aktien aufzugeben. Außerdem: Zinszahlungen sind für das eine Anleihe emittierende Unternehmen verpflichtend, Dividendenzahlung an die Aktionäre sind es nicht. Gleichermaßen profitieren beide Anlegergruppen von Wandelanleihen im Portfolio, weil diese einen effektiven Beitrag zur Diversifikation leisten.

 

Bei steigenden Zinsen: Anleihen schwächeln, Wandelanleihen legen zu

 

Quelle: BofA Merrill Lynch Global Research. US Unternehmensanleihen: 50% High Yield Index H0A0/50% IG Index C0A0, Convertible Bond Index VXA0, US Aktien S&P 500 Index

Für aktives Management prädestiniert

Aus verschiedenen Gründen sind Wandelanleihen prädestiniert für aktives Management. So lässt sich zum Beispiel die Konvexität eines Portfolios und damit sein Risikoprofil passgenau steuern. Für diesen Zweck gibt die Kennzahl „Delta“ an, wie stark eine Wandelanleihe auf Änderungen des Aktienkurses reagiert: Je niedriger diese Kennzahl in einem Bereich zwischen 0 und 1 ausfällt, desto anleiheähnlicher reagiert die Wandelanleihe – und je höher das Delta, desto aktienähnlicher. Die Konvexität einer Wandelanleihe ist bei einem Delta zwischen 0,3 und 0,7 am höchsten. Aus Investorensicht ist dieser „Balanced“-Bereich besonders attraktiv. Denn hier ist das asymmetrische Verhalten von Wandelanleihen am stärksten ausgeprägt: Sie gehen zwei Drittel des Wegs bei steigenden Aktienmärkten mit, aber nur ein Drittel bei fallenden Kursen. 

Wenn die Märkte bereits ambitionierte Bewertungen erreicht haben, ist es also sinnvoll, das Delta in Abhängigkeit von der Markterwartung aktiv zu managen, um das Portfolio vor möglichen Korrekturen an den Aktienmärkten zu schützen. Dafür bietet es sich an, Wandelanleihen mit einem hohen Delta ab 0,7 in Papiere mit einem Delta im „Balanced“-Bereich umzuschichten. Auch das Portfolio insgesamt sollte sich durchschnittlich in dieser Größenordnung bewegen, wenn der Anleger maximal von der Konvexität profitieren möchte. Die laufende Anpassung des Deltas eines Wandelanleihe-Portfolios stellt also die vom Anleger gewünschte asymmetrische Beteiligung an der Aktienkursentwicklung auf Portfolio- Ebene sicher. Ein gut diversifiziertes Wandelanleiheportfolio weist in der Regel auch Einzeltitel auf, die nach dem jeweiligen Profil als „Bond-like“ oder „Equity-like“ kategorisiert werden können, also außerhalb des ‚Balanced‘- Bereiches liegen. Auf diesem Weg lassen sich sowohl im Bond- als auch im Aktienbereich opportunistisch Schwerpunkte setzen. Wichtig ist die Balance auf der Ebene des Gesamtportfolios, um maximal in den Genuss der Konvexität zu kommen.

 

Renditequellen von Wandelanleihen im Überblick

Aktienoption– Partizipation an der Aktienwertentwicklung (Delta)
– Langlaufende, eingebettete Call-Option
Anleihe– Kuponzahlung
– Zinssensitivität und Duration
– Spread und Credit-Management
Bewertung– Ausnutzen von Bewertungsschwankungen
– Relative Value
Neuemissionen– Teilnahme am Primärmarkt
Strukturmerkmale– Übernahmeschutzklauseln
– Dividendenschutzklauseln
Konvexität– Aktive Anpassung der Delta-Position

 

 

Neben der Deltasteuerung weisen Wandelanleihen eine Vielzahl weiterer Renditequellen auf: Aktien- und Kredit-Risikoprämien, strukturelle Merkmale der Anleihen, relative Bewertungsunterschiede zwischen Regionen und Sektoren, und einiges mehr. Zudem kann es sich lohnen, abhängig von Angebot und Nachfrage sowie der aktuellen Emissionsaktivität, opportunistisch oder strategisch an Neuemissionen teilzunehmen und so eine Prämie zu vereinnahmen. Solche Positionen können auch als kurzfristige Trading-Positionen eingegangen werden. Nicht zuletzt erfordert ein Fokus auf kurze Restlaufzeiten zwischen zwei und drei Jahren, wie sie das Wandelanleihe-Team von Lupus alpha vorzieht, einen aktiven Managementansatz. Kurze Restlaufzeiten bringen Vorteile bei Zinsänderungsrisiken.

 

Fazit

Mit ihren hybriden Eigenschaften kombinieren Wandelanleihen die Vorteile von Anleihen und Aktien. So können sie in beinahe jedem Marktumfeld eine zuverlässig stabilisierende Rolle in den Portfolios von Anleihe- wie auch von Aktieninvestoren spielen. Anleihe-Investoren, die sich trotz Negativzinsen eine neue Renditequelle erschließen wollen, finden in Wandelanleihen ein Investment, das die Chancen des Aktienmarktes nutzt, ohne auf die Pufferfunktion von Anleihen zu verzichten. Aktien-Investoren, die sich vor möglichen Kursrückschlägen absichern wollen, finden in Wandelanleihen eine stabilisierende Anlage-Klasse, ohne auf Kurschancen verzichten zu müssen.

 


 

 

Sprechen Sie mit uns über Ihre Ziele und die Funktion, die Wandelanleihen in Ihrem Portfolio übernehmen sollen. Wir erarbeiten mit Ihnen einen passgenauen Zugang zu dieser attraktiven Anlageklasse. Für weitere Informationen oder persönliche Gespräche steht Ihnen unser erfahrenes Clients & Markets-Team jederzeit zur Verfügung: Tel. +49 69 365058-7000.

 

Das Team

Das Wandelanleihen-Team von Lupus alpha verfügt über umfassende Erfahrung und arbeitet als Kernteam bereits seit mehr als zehn Jahren erfolgreich zusammen. Es bringt dabei einschlägige Aktien- sowie Anleihenexpertise mit. Die Portfolio-Manager verwalten bereits seit mehr als 17 Jahren Wandelanleihefonds und verfügen über ein umfangreiches globales Netzwerk zu Emittenten, Brokern und anderen Marktteilnehmern. In einem Markt, in dem der Handel üblicherweise nicht über die Börse, sondern bilateral zwischen zwei Marktteilnehmern „over the counter“ (OTC) erfolgt, ist dies ein entscheidender Erfolgsfaktor.


 

Marc-Alexander Knieß (links), Stefan Schauer (mitte) und Manuel Zell (rechts)