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Ein Portfolio Manager von Lupus alpha im Gespräch mit einer weiteren Person.

Volatilität

Volatilität als eigene Anlageklasse im Portfolio – zunehmend unverzichtbar

Short-Volatilitäts-Fonds erzielen Rendite, wenn die realisierten Schwankungen der Märkte niedriger ausfallen als die erwarteten Schwankungen. Mark Ritter, Portfolio Manager des Lupus alpha Volatility Risk-Premium, erläutert im Interview, welche Rolle Volatilitäts-Strategien im Portfolio spielen und warum das aktuelle Umfeld attraktiv für Short-Volatilitäts-Fonds ist.

07.10.2026

Die Schlagzeilen sind voller Krisen, trotzdem sprechen Sie von einem guten Jahr für Ihren Fonds. Wie passt das zusammen?

Mark Ritter: Entscheidend ist nicht, wie viel Unsicherheit durch die Nachrichten verbreitet wird, sondern wie stark sich die Märkte tatsächlich bewegen. Seit den heftigen Ausschlägen an den Börsen rund um den „Liberation Day“ im April 2025 haben sich die großen Aktienindizes vergleichsweise wenig bewegt. Es gibt wenig realisierte Schocks, dafür ein dauerhaftes, latentes Bedrohungspotenzial für die Märkte. Das hält die Risikoprämien hoch. Genau diese Kombination ist für uns ideal.

Womit verdient Ihr Fonds eigentlich Geld?

Wir funktionieren ähnlich wie eine Versicherung. Wir verkaufen Optionen, sichern damit andere Anleger gegen starke Schwankungen ab und erhalten dafür eine Prämie. Deren Höhe hängt von der impliziten Volatilität ab, also davon, wie stark der Markt die Kurse in einem bestimmten Zeitraum in der Zukunft schwanken sieht. Bleibt die tatsächliche, die realisierte Schwankung darunter, behalten wir die Differenz und erzielen so Rendite.

Wenn die Indizes so ruhig sind, müssten die Optionen doch billiger werden.

Das sind sie auch; die implizite Volatilität ist etwas zurückgegangen. Aber die realisierte Volatilität liegt noch deutlich tiefer. Der Abstand zwischen beiden, also unsere Risikoprämie, bleibt deshalb hoch.

Woher kommt diese Ruhe? Unter der Oberfläche gibt es doch durchaus größere Schwankungen?

Richtig, es gab große Bewegungen, etwa im Technologiebereich. So sind beispielsweise Halbleiterwerte sehr stark gestiegen, Softwaretitel deutlich unter Druck gekommen. Aber die Gewinner und Verlierer bewegen sich zwar stark, oft allerdings entgegengesetzt zueinander. Die Korrelation der Titel zueinander ist sehr niedrig. Auf Indexebene gleichen sich diese Bewegungen dadurch weitgehend aus. Hohe Erwartungen bei niedriger tatsächlicher Schwankung: Davon profitiert unsere Strategie.

Was treibt die Anleger zurzeit am meisten um?

Die großen Themen sind die US-Politik, die steigende Verschuldung der USA, der Krieg mit dem Iran und die Sorge vor einer KI-Blase.

Weshalb halten Sie in Ihrem Fondsportfolio vor allem Anleihen?

Für den Verkauf von Optionen brauchen wir kaum Kapital. Deshalb liegen rund 98 Prozent des Fondsvermögens in sehr sicheren, kurzlaufenden Anleihen und Pfandbriefen in Heimatwährung, die etwa 2,7 Prozent Rendite bringen. Das Risiko und der entscheidende Ertrag stecken aber in den Optionen, auch wenn sie auf dem Papier nur einen kleinen Teil des Portfolios ausmachen. Wir verkaufen jeden Tag neue Optionen auf denselben Index, mit unterschiedlichen Laufzeiten und Ausübungspreisen, und ersetzen auslaufende Positionen. Im Bestand haben wir ständig eine hohe zweistellige Zahl aktiver Optionen. Das ergibt eine überlappende Struktur, die das Risiko streut, das ist der aktive Kern unseres Portfolios.

Warum konzentrieren Sie sich auf US-Indizes und nicht auf einzelne Aktien?

Das ist vor allem eine technische Frage: US-Indizes sind sehr liquide und bieten viele Fälligkeiten. Generell handeln wir nur Indexoptionen. In Krisen steigt die Korrelation zwischen einzelnen Aktien stark und der Index kann überproportional fallen. Der Markt preist das Risiko in die Optionen ein. Deshalb ist die Prämie auf Indizes strukturell höher.

Was passiert mit dem Fonds, wenn es wirklich kracht an den Märkten?

Fallende Kurse bedeuten steigende Volatilität, und wir müssen genau in dem Moment zahlen, in dem alle anderen ihre Absicherung brauchen. Weil wir mit unserem Fonds systematisch Volatilität verkaufen, gibt es in solchen Phasen Verluste. Aber nach solchen Einbrüchen steigen die Prämien, die wir neu einnehmen, wieder stark an. Dadurch kann der Fonds relativ schnell wieder hohe Erträge erzielen.

Für welche Investoren eignet sich der Lupus alpha Volatility Risk-Premium?

Für Anleger, die bereits breit aufgestellt sind und einen zusätzlichen Baustein mit einer alternativen Ertragsquelle suchen. Die Renditen bewegen sich in einer ähnlichen Größenordnung wie bei Hochzinsanleihen, haben aber einen ganz anderen Ursprung und ein anders gelagertes Risiko. In vielen Marktphasen ist die Korrelation zu Aktien und Anleihen sehr gering. Das bringt echte Diversifikation.

Ist der Markt für solche Strategien nicht sehr überschaubar?

Im Gegenteil, er ist groß, aber sehr heterogen. Im Alternatives-Bereich gibt es zahlreiche Ansätze, die ähnlich klingen, im Detail aber sehr verschieden sind. Viele Volatilitätsfonds tragen zum Beispiel zusätzlich Aktienrisiken. Da fällt es oft schwer, den Überblick zu behalten. Unser Lupus alpha Volatility Risk-Premium ist ein Pure-Play-Fonds, der nur die Volatilitäts-Risikoprämie vereinnahmt. Damit vermischt man die Rendite nicht mit anderen Ertragsquellen und Risiken. Nur so kann die Diversifikation durch den alternativen Renditetreiber effektiv genutzt werden. Wenn man unseren Fonds mit anderen Volatilitätsfonds vergleicht, ist es daher wichtig, Fonds auszuwählen, die den gleichen Ansatz haben.

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Weiterführende Informationen

Lupus alpha Volatility Risk-Premium C (ISIN: DE000A1J9DU7)

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