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ZENTRALE THESEN

Investitionsprogramme: Die Innovationskraft Europas entfesseln

03.02.2026

Auf dem FONDS professionell KONGRESS diskutierten der Regierungsinsider Prof. Jens Südekum und Dr. Götz Albert über die Impulse, die sie 2026 von den Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung erwarten – die wichtigsten Thesen im Überblick.

Die Wirtschaftsjournalistin Sissi Hajtmanek als Moderatorin startete direkt. Hat Deutschland nach Auflage des gigantischen Sondervermögens von 500 Mrd. Euro für die Infrastruktur gleich wieder einen Gang rausgenommen? Oder warum sind die Mittelabflüsse 2025 und damit die Investitionen geringer als prognostiziert?

Prof. Jens Südekum hält die konkreten Zahlen dagegen: In den drei Monaten zwischen der Einrichtung des Sondervormögens für den Infrastrukturausbau im Oktober und dem Jahresende sind rund 14 Mrd. Euro direkt in Infrastrukturinvestitionen gegangen. Mit rund 2,4 Mrd. Euro wurden Projekte für die Erhaltung von Tunnel und Brücken, mit 7,6 Mrd. Euro Projekte für die Verbesserung der Schienenwege angestoßen. Die Investitionen fließen also schon, wenn auch etwas langsamer als angedacht.

Flankierende Gesetzgebung ab 2026 wirksam

Rund 19 Mrd. Euro hätten von den Bundesmitteln 2025 abgerufen werden können – eine Differenz von 5 Mrd. zu den tatsächlich angeforderten Milliarden. Dazu Ländermittel von 8,3 Mrd. Euro, die aber 2025 nicht mehr bereitgestellt werden konnten. Der Grund für die Verzögerungen: Die Gesetzgebung brauchte Zeit. Das Gesetz zur Beteiligung der Bundesländer (LuKIFG) wurde erst kurz vor Weihnachten verabschiedet und wird daher erst 2026 wirksam. 

„Die Mittel fließen schon und mit der Vereinfachung der Infrastrukturplanung sollte das Tempo zunehmen.“
Prof. Dr. Jens Südekum
Persönlicher Beauftragter des Bundesministers der Finanzen

Für dieses und die folgenden Jahre sollen aber wichtige Gesetzesvorgaben dafür sorgen, dass das „Geld auch auf die Straße kommt“. Zentral seien hierfür – so Prof. Südekum – das Infrastrukturzukunftsgesetz und das Planungsbeschleunigungsgesetz für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Auch die private Bau- und Rüstungsindustrie müsse die Kapazitäten schaffen, die Mittel dann auch in konkrete Projekte umzusetzen.

Unternehmen in Deutschland und Europa warten nicht

Dr. Götz Albert hat aus Investorensicht die Zukunft im Blick. Auch die Börsen hätten Aktionären mit deutschen Aktien und auch den Small & MidCaps in den Strategien von Lupus alpha schon 2025 ein Plus von rund 20 % beschert. Das komme nicht von ungefähr. Denn die europäische Wirtschaft stehe nicht still und warte auf die Impulse aus den öffentlichen Kassen. Die erfolgreichen Unternehmen befinden sich in der Transformation, arbeiten an der Umsetzung von Strategien, mit der veränderten Lage bei den Absatzmärkten in China und den USA, mit der Investitionsunsicherheit in den USA und mit der Schwächung des US-Dollar umzugehen. Staatliche Nachfrage aus den Sondervermögen sei schön, aber eben nicht allein entscheidend.

Dr. Götz Alber, CIO und verantwortlich für den Bereich Portfolio Management bei Lupus alpha
„Die Unternehmen in Deutschland und Europa sind aktiv in der Transformation und die Fiskalpakete sind nur ein Teil des Bildes.“
Dr. Götz Albert
CIO von Lupus alpha

Nachfragerevival der physischen Produktion, starke Binnenwirtschaft

Für das Aufbruchsignal in Deutschland und Europa, konstatierte Dr. Albert, sorgten Branchen, die man ab 2021 als die Welt nur noch auf die Visionen der US-Tech-Industrie schaute, zu Unrecht abgeschrieben habe. Durch die Themen, die gegenwärtig adressiert werden, gewinne die physische Produktion wieder an Bedeutung. Entsprechend habe sich die Allokation im Rahen der Strategien von Lupus alpha in ihrem Branchenschwerpunkt verändert – hin zu den Bereichen physische Produktion, Rüstung, Metalle und Rohstoffe. Auch die starke Performance des S-Dax im Vergleich zu den größeren Werten im M-Dax gebe einen Hinweis: Unternehmen im S-Dax sähen sich durch ihre häufig stärker binnenwirtschaftliche Ausrichtung von Themen wie Zollstreit und Währungsunsicherheiten weniger betroffen. Neben vergleichsweise verlässlicher Planbarkeit der Geschäfte bestehe hier auch die Aussicht von den erwarteten Impulsen in Europa besonders zu profitieren.

2026 – Jahr der Reformen voraus

Die Aussicht auf anlaufende öffentliche Mehrinvestitionen wird nicht der allein entscheidende Punkt für das künftige Wirtschaftswachstum in Europa sein, stimmt auch Prof. Südekum zu. Zwar könnte die Einführung des Vorrangs des überragenden öffentliches Interesses im Infrastrukturzukunftsgesetz beschleunigte Verfahren wie schon beim schnellen Bau der LNG-Terminals während der Energiekrise zu Regel machen („ein Werk fast für die Ewigkeit“). Doch ebenso wichtig sind weitere Reformen, die 2026 angepackt werden und die Angebotsseite der Volkswirtschaft und damit die Unternehmen stärken sollen. Es gehe dabei um Themen wie Lebensarbeitszeit, Teil- und Vollzeit sowie Fachkräftezuwanderung, damit die negativen Folgen der demografischen Entwicklung für das Potenzialwachstum in Deutschland und Europa ausgeglichen werden. Denn nur dann können die Milliarden auch hierzulande in Produktivität münden.

Unternehmen selektieren, die erfolgreich in der Adaption sind

„Ich denke, als Investoren können wir entspannt sein, ob Deutschland und Europa als Ganzes ein halbes Prozent mehr oder weniger Wachstum aufweisen“, gibt Dr. Albert die Perspektive von Anlagern und der Fondsmanager seines Hauses wieder. Denn es werde beim Stockpicker Lupus alpha nicht pauschal Deutschland gekauft, sondern einzelne Unternehmen, die erfolgreich in der Adaption sind. 

Dr. Götz Alber, CIO und verantwortlich für den Bereich Portfolio Management bei Lupus alpha
„Wir suchen solche Unternehmen, deren Aktien auch einmal aus dem Stand 100% zulegen. Wir können uns nicht mit einem Wachstum auf dem Niveau der Volkswirtschaft von 1,2 oder auch 1,4% zufriedengeben“.
Dr. Götz Albert
CIO von Lupus alpha

Dabei sollte man sich auch nicht von Branchenaussichten täuschen lassen. Automobil und Pharma stünden als Sektoren unter Druck. Und doch gebe es Gewinner, die den Wandel antizipierten. Scheaffler etwa, traditionell als Automobilzulieferer bekannt, habe im KGV zulegen können, weil ein bereits im Markt erfolgreiches Angebot an humanoiden Robotern entwickelt wurde. Ein weiteres Beispiel: Der Dieselmotorenhersteller Deutz steigt ein ins Energieerzeugungs- und Drohnengeschäft, eine grundlegende Transformation hin zu einem anderen, zukunftsfähigen Unternehmen. „Wir suchen solche Unternehmen, deren Aktien auch einmal aus dem Stand 100% zulegen können, wir können uns nicht mit einem Wachstum auf dem Niveau der Volkswirtschaft von 1,2 oder auch 1,4% zufriedengeben“.

Verteidigung als Transformations- und Innovationsmotor

Das Team um Dr. Albert setzt vermehrt auf Unternehmen, die von den Impulsen in den Bereichen Infrastruktur, Bau, Industrierohstoffe und auch Rüstung profitieren können. Gerade beim Thema Rüstung gehe es dabei nicht um die wenigen Namen traditioneller Hersteller, die alle auf der Liste haben. „Wir gehen fest davon aus, dass alle Unternehmen in Deutschland in fünf bis zehn Jahren als Zulieferer in den Bereich Rüstung liefern werden“, stellt er fest.

Und auch Prof. Südekum sieht vom Rüstungsbereich ausgehend wesentliche langfristige Wachstumsimpulse. Nicht nur, weil der Wehretat deutlich wächst. Auch weil von Rüstung eine Innovationsdiffussion in die zivile Nutzung ausgehe. Prominentes Beispiel aus der Vergangenheit: das Internet.

„Das Silicon Valley ist im Pentagon entwickelt worden.“
Prof. Dr. Jens Südekum
Persönlicher Beauftragter des Bundesministers der Finanzen

Was in den vergangenen Jahrzehnten den Tech-Boom im Silicon Valley begründete, war ursprünglich eine militärische Innovation zur möglichst störungsresistenten Nachrichtenübermittlung. Wenn jetzt Milliarden von Euro in die Rüstung flössen, müsse daher auf das „Wie“ der Investition geachtet werden. Es gehe nicht nur um die Produktion von Panzern und Hardware. Wichtig sei die Rüstungsforschung. Die habe in der Vergangenheit nur 1% der Rüstungsinvestitionen in Deutschland ausgemacht. Zum Vergleich: Im gigantischen Haushalt des Pentagon in den USA liege dieser Anteil seit Jahren über 17%. Der enorme geplante Zuwachs an staatlichen Ausgaben für die Verteidigung müsse nun europaweit koordiniert und mit möglichst wenig redundanten Projekten genutzt werden, um gezielt auch Innovation und Rüstungs-Start-ups durch eine planbare Nachfrage zu fördern.

Deutschland als Schwungrad für Europa

Abschließend stand noch die Frage in Zentrum: Wie gehen Deutschland und Europa mit den einbrechenden Volumina im Export in die USA und nach China um. Prof. Südekum wies auf ein wichtiges Faktum hin, das in der aufgeheizten Diskussion oft übersehen werde. Die deutschen Exporteure mussten zwar Rückschläge im USA- und im Chinageschäft hinnehmen, insgesamt blieb der Export jedoch stabil. Grund waren der starke europäische Binnenmarkt und auch Ausweitung der Exporte in andere Länder. Hier würden auch mit dem Mercosur-Abkommen und dem Handelsabkommen mit Indien wichtige Schritte für die Zukunft übernommen.

Dr. Albert betonte abschließend die Bedeutung des europäischen Binnenmarktes, in dem Unternehmen weitgehend ohne Währungs- und Zollrisiken arbeiten und planen können. Aus der lange abgeschriebenen Peripherie Europas – zum Beispiel aus Griechenland – kämen enorme Wachstumsimpulse. Und man dürfe die zu erwartenden Rückkopplungseffekte des deutschen Fiskalprogramms nicht unterschätzen. Als größte Wirtschaftsnation auf dem Kontinent habe das auch positive Auswirkungen auf die Konjunktur in anderen europäischen Ländern und am Ende wieder auch auf die dort entstehende Nachfrage.

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