- Liquid-Alternative-Fonds fließen im ersten Halbjahr netto 21,5 Mrd. Euro zu
- Damit bereits über 80% der gesamten Nettozuflüsse 2025 erreicht
- Marktvolumen klettert auf Rekordwert von 296,4 Mrd. Euro
- Fonds erzielen Rendite von durchschnittlich 4,16%
Absolute-Return- und Alternatives-Fonds in Deutschland | 1. Halbjahr 2026
Aufschwung bei Liquid Alternatives nimmt Fahrt auf
Liquide-Alternative-Strategien im UCITS-Mantel verwalteten im ersten Halbjahr 2026 so viel Kapital wie nie zuvor: Mit einem Marktvolumen von 296,4 Mrd. Euro übertrifft die Anlageklasse erstmals ihren bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2019 (274,3 Mrd. Euro). Gegenüber dem Jahresende 2025 entspricht das einem Zuwachs von 37,5 Mrd. Euro bzw. 14,5%. Getragen wurde diese Entwicklung von anhaltend starken Nettomittelzuflüssen und einer soliden Wertentwicklung. Die 2024 eingeleitete und 2025 bestätigte Trendwende hat sich damit zu einem strukturellen Aufschwung verfestigt und die Vertrauenskrise der Zinswende-Jahre 2022/2023 ist damit überwunden. Erstmals seit 2022 wuchs auch die Zahl der Fonds wieder, und zwar um 14 auf 727.
Die Nettomittelzuflüsse beschleunigten sich: In sechs Monaten flossen dem Segment netto 21,5 Mrd. Euro zu – bereits mehr als 80% des gesamten Rekordjahres 2025 (26,4 Mrd. Euro). Die Nachfrage verteilt sich außergewöhnlich breit: Jeder Monat des Halbjahres verzeichnete positive Nettoflüsse, und 13 der 15 Strategien konnten netto Mittel einwerben. Die größten Zuflüsse entfielen erneut auf Absolute Return Bond (+8,7 Mrd. Euro). Institutionelle Anteilsklassen standen für rund 60% der Zuflüsse; ihr Anteil am Marktvolumen liegt mit 50,1% wieder über der Hälfte des Segments. Zugleich verstärkt sich die Konzentration: 70,1% der Zuflüsse entfielen allein auf die größten 5% der Fonds.
Auch die Performance zeigte sich von ihrer starken Seite: Im Durchschnitt aller Fonds erzielten Liquid Alternatives im ersten Halbjahr 2026 eine Rendite von 4,16% (H1 2025: –1,87%). Dabei erzielten 83,4% der Fonds ein positives Ergebnis. Die Anlageklasse positionierte sich damit in ihrer klassischen Rolle zwischen Aktien (MSCI World, EUR-hedged +9,47%) und Euro-Staatsanleihen (+1,28%). Auch über die längeren Zeiträume überzeugt das Segment mit 6,40% p.a. über drei Jahre und 5,08% p.a. über fünf Jahre – deutlich vor Euro-Staatsanleihen, die ihre Verluste aus dem Zinswende-Jahr 2022 noch immer nicht aufgeholt haben.
In Schwächephasen zeigten Liquid Alternatives ihre stabilisierende Wirkung: 11 der 15 Strategien hielten ihre durchschnittlichen Maximalverluste unter dem Maximum Drawdown des MSCI World. Die defensivsten Profile zeigten erneut die beiden Fixed-Income-Strategien Alternative Credit Focus (–2,2%) und Absolute Return Bond (–3,0%). Auch über fünf Jahre weisen 12 der 14 Strategien mit Fünf-Jahres-Historie geringere Maximalverluste auf als globale Aktien.
Absolute Return gewinnt wieder an Breite
Die Zahl der Fonds im untersuchten Anlageuniversum ist im ersten Halbjahr um 14 auf 727 gestiegen. Damit verzeichnet das Segment erstmals seit 2022 wieder einen Zuwachs. 30 neue Fonds kamen an den Markt, 16 sind aus dem Datensatz ausgeschieden. Eine Trendumkehr zeigt sich in der Entwicklung der beiden großen Teilsegmente: Während die Alternatives-Konzepte nahezu unverändert bei 492 Fonds verharren, stieg die Zahl der Absolute-Return-Konzepte zum ersten Mal seit vier Jahren um 12 auf 235 Fonds (+5,4%). Damit besteht weiterhin das Verhältnis von rund einem Drittel Absolute Return zu zwei Dritteln Alternatives.
Die Zahl der Fonds zieht wieder an
Marktvolumen erreicht Allzeithoch
Das Marktvolumen der Liquid Alternatives stieg im ersten Halbjahr um 37,5 Mrd. Euro auf 296,4 Mrd. Euro (+14,5%) und markiert damit ein Allzeithoch. Erstmals übertrifft die Anlageklasse ihren bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2019 (274,3 Mrd. Euro). Noch Ende 2023, am Tiefpunkt nach der Zinswende, verwaltete das Segment 231,6 Mrd. Euro. Innerhalb von zweieinhalb Jahren ist das Volumen damit um rund 65 Mrd. Euro (28%) gewachsen.
Beide Teilsegmente trugen zu diesem Wachstum bei: Absolute-Return-Fonds legten um 16,0 Mrd. Euro auf 113,4 Mrd. Euro zu (+16,4%), Alternatives-Konzepte um 21,5 Mrd. Euro auf 183,0 Mrd. Euro (+13,3%). Der Anstieg speist sich sowohl aus Nettomittelzuflüssen (21,5 Mrd. Euro) als auch einer positiven Performance des Anlagesegments (4,16%).
Diese Entwicklung zeigt: Liquid Alternatives haben sich nach der Vertrauenskrise der Zinswende-Jahre 2022/2023 nicht nur erholt, sondern ihre Rolle in der strategischen Vermögensallokation der Investoren gefestigt. Offenbar setzen Anleger angesichts anhaltend hoher Aktienmarktbewertungen und vielfältiger geopolitischer Unsicherheiten verstärkt auf Strategien mit hohem Diversifikationspotenzial.
Das Tal nach der Zinswende ist durchschritten
Absolute Return wächst schneller
Bei der Marktaufteilung setzt sich der seit 2024 zu beobachtende Trend fort: Absolute-Return-Strategien bauen ihren Anteil am verwalteten Vermögen weiter aus – von 34,6% (2024) auf nunmehr 38,3%. Gemessen an der Fondszahl bleibt das Verhältnis dagegen stabil bei rund einem Drittel Absolute Return zu zwei Dritteln Alternatives. Absolute-Return-Fonds sind im Durchschnitt also deutlich größer und wachsen schneller. Dies spiegelt eine starke Nachfrage nach Konzepten mit dem Ziel stets positiver Renditen wider.
Dominanz der Alternatives bleibt bestehen
Institutionelle Anteilsklassen wieder über der 50%-Marke
Das in institutionellen Anteilsklassen verwaltete Vermögen stieg im ersten Halbjahr um 20,7 Mrd. Euro auf den Rekordwert von 148,4 Mrd. Euro (+16,2%). Damit vereinen institutionelle Investoren mit 50,1% wieder mehr als die Hälfte des Marktvolumens auf sich – nach 49,3% zum Jahresende 2025 und dem bisherigen Höchstwert von 51,7% Ende 2024. Auch das nicht-institutionelle Volumen wuchs kräftig um 12,8% (+16,8 Mrd. Euro), sodass die Verschiebung der Marktanteile moderat ausfällt: Der Aufschwung der Anlageklasse wird von beiden Anlegergruppen getragen.
Innerhalb des institutionellen Segments entfallen 58,1 Mrd. Euro auf Absolute-Return-Konzepte und 90,4 Mrd. Euro auf Alternatives. Beide Teilsegmente konnten damit gegenüber Ende 2025 einen Zuwachs von rund 16% verzeichnen.
Das institutionelle Marktvolumen erreicht einen neuen Höchststand
Starke Dynamik beschleunigt sich
Nach der Trendwende im zweiten Halbjahr 2024 und dem bisherigen Rekordjahr 2025 (26,4 Mrd. Euro Nettozuflüsse) hat die Dynamik nochmals zugenommen: Der Anlageklasse flossen bis Ende Juni netto 21,5 Mrd. Euro zu – das entspricht bereits mehr als 80% des gesamten Vorjahresvolumens. In jedem der sechs Monaten des ersten Halbjahres verzeichnete das Segment Nettozuflüsse. Dies unterstreicht den Trend, der sich im Vorjahr abgezeichnet hat: Anleger kehren nachhaltig in diese Anlageklasse zurück.
Breite Nachfrage: 13 von 15 Strategien mit Nettozuflüssen
Die Nachfrage der Investoren ist breit verteilt: 13 der 15 Strategien verzeichneten Nettozuflüsse, lediglich zwei mussten kleinere Abflüsse hinnehmen, neben Alternative Event Driven (-0,70 Mrd. €) auch Alternative Equity Leveraged (-0,32 Mrd. €). An der Spitze steht unverändert Absolute Return Bond mit Zuflüssen von 8,7 Mrd. Euro (+13,6%). Dahinter folgen mit Alternative Long/Short Equity und Alternative Equity Market Neutral zwei Aktienstrategien mit kontrolliertem Marktrisiko.
Nettomittelflüsse nach Strategien (in Mrd. Euro)
Fixed Income zog mit den beiden Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus 9,3 Mrd. Euro an und blieb damit der wichtigste Treiber für Zuflüsse. Zugleich zeigt die starke Nachfrage nach Equity Market Neutral, Long/Short Equity und Managed Futures, dass Investoren ihre Allokation über die reinen Zinsstrategien hinaus verbreitern.
Die folgende Grafik verdeutlicht die Nettoeffekte in den einzelnen Monaten. Insgesamt flossen dem Liquid‑Alternatives‑Segment brutto 47,9 Mrd. Euro an neuen Mitteln zu (grüne Balken), während 26,5 Mrd. Euro abflossen (rote Balken). Daraus ergeben sich Nettomittelzuflüsse von 21,5 Mrd. Euro. Auffällig über die einzelnen Monate des ersten Halbjahrs sind die verhältnismäßig starken Abflüsse im März. Auch wenn Liquid Alternatives ein tendenziell defensiveres Risikoprofil bieten als klassische Long-only-Strategien, haben Anleger nach Beginn des Krieges im Nahen Osten ihre Risikopositionen aufgrund der Marktunsicherheiten zeitweise reduziert.
Kräftige Nettozuflüsse mit kleinem Dämpfer im März
Institutionelle dominieren die Zuflüsse
Von den Nettozuflüssen des ersten Halbjahres entfielen rund 13,0 Mrd. Euro (60,4%) auf institutionelle und 8,5 Mrd. Euro (39,6%) auf nicht-institutionelle Anteilsklassen. Institutionelle Investoren treiben den Aufschwung damit stärker als im zweiten Halbjahr 2025, in dem beide Gruppen etwa gleichauf lagen. Auf Strategieebene setzten institutionelle Anleger ihre Schwerpunkte erneut bei Absolute Return Bond (+5,1 Mrd. Euro) und Alternative Equity Market Neutral (+2,5 Mrd. Euro).
Zuflüsse stärker auf wenige Anbieter konzentriert
Noch stärker als im Vorjahr kamen die Zuflüsse den großen Anbietern zugute: 70,1% der Nettozuflüsse des ersten Halbjahres entfielen allein auf die Top 5% der volumenstärksten Fonds (Gesamtjahr 2025: 44,2%). Die Top 20% vereinten 81,7% der Zuflüsse auf sich, die untere Hälfte des Universums erhielt 8,4%. Der Aufschwung der Anlageklasse ist damit zugleich ein Konzentrationsprozess: Investoren allokieren bevorzugt in etablierte, großvolumige Produkte mit langem Track Record. Dies hebt die eingeschränkte Marktdurchdringung kleinerer Anbieter erneut hervor.
Dominante Marktführer mit noch höheren Mittelzuflüssen
Hohe Marktkonzentration bleibt prägendes Merkmal des Segments
Die ohnehin hohe Anbieterkonzentration hat sich nochmals verstärkt: Die größten 5% der Fonds verwalten inzwischen 49,2% des gesamten Marktvolumens (Gesamtjahr 2025: 47,4%) – mehr als das Doppelte der kleinsten 80% (20,6%). Die Fondsgrößen unterstreichen das Bild: 90,5% aller Fonds verwalten weniger als 1 Mrd. Euro, 80,0% sogar weniger als 500 Mio. Euro. Von den insgesamt 727 Fonds verwalten nur 64 Fonds mehr als 1 Mrd. Euro.
Marktkonzentration nimmt weiter zu
Absolute Return Bond baut Führung aus – Equity Market Neutral überholt Credit Focus
Absolute Return Bond bleibt mit einem Marktanteil von 24,8% (Ende 2025: 24,2%) die mit Abstand größte Strategie im betrachteten Anlageuniversum und baut ihre Führungsposition weiter aus. Dahinter folgen Alternative Multi Strategies mit 19,0% (20,2%) und Absolute Return mit 13,5% (unverändert). Die beiden Fixed-Income-Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus vereinen zusammen 31,4% des Marktvolumens auf sich und unterstreichen die zentrale Rolle defensiver Rentenstrategien im Segment.
Die drei größten Strategien stehen für knapp 60% der Assets in der Anlageklasse
Starkes Halbjahr: 4,16% im Durchschnitt aller Fonds
Nach dem durchwachsenen Jahr 2025 (erstes Halbjahr –1,87%, Jahresultimo +1,99%), das unter anderem durch die historische Dollar-Schwäche belastet war, meldeten sich Liquid Alternatives 2026 zurück: 83,4% der Fonds schlossen das erste Halbjahr mit einem positiven Ergebnis ab. Im Durchschnitt aller Fonds erzielte die Anlageklasse eine Performance von 4,16% im ersten Halbjahr.
Halbjahres-Performance 2026 weckt Erwartungen
Damit nehmen Liquide-Alternative-Strategien wieder ihre klassische Position zwischen Aktien und Anleihen ein, wie die folgende Grafik zeigt.
Absolute-Return- und Alternatives-Fonds performen zwischen Aktien und Renten
Auch mittel- und langfristig überzeugende Werte
Über die längeren Betrachtungszeiträume unterstreicht die Anlageklasse ihre Rolle im Portfolio: Der Anteil der Fonds mit positiver Performance liegt über ein Jahr bei 88,2%, über drei Jahre bei 91,2% und über fünf Jahre bei 89,2%. Über drei Jahre erzielten Liquid Alternatives eine Rendite von 6,40% p.a. und liegen damit klar vor Euro-Unternehmensanleihen (4,96% p.a.) und Euro-Staatsanleihen (2,75% p.a.).
Über 3 Jahre solide Wertentwicklung (jeweils zum 30.6.)
Über fünf Jahre deutlich vor Euro-Anleihen
Auch über fünf Jahre bestätigen Liquid Alternatives ihre stabilisierende Rolle zwischen den traditionellen Anlageklassen: Mit einer Rendite von 5,08% p.a. liegen sie nur knapp hinter unregulierten Hedgefonds (6,00% p.a., in USD), aber klar vor Euro-Unternehmensanleihen (0,16% p.a.) und Euro-Staatsanleihen, die mit –2,04% p.a. ihre Kursverluste aus dem Zinswende-Jahr 2022 noch immer nicht aufgeholt haben. An die überdurchschnittliche Entwicklung der Aktienmärkte – Euro Stoxx 50 mit 11,94% p.a. und MSCI World (EUR-hedged) mit 10,50% p.a. – reichen die Hedgefonds-Strategien im UCITS-Mantel erwartungs-gemäß nicht heran, dies allerdings bei deutlich geringeren Maximalverlusten (siehe Risikobetrachtung).
Langfristig auf Augenhöhe mit unregulierten Hedgefonds (jeweils zum 30.6.)
Comeback der Trendfolger – Hebelstrategien erneut an den Extremen
Auf Ebene der einzelnen Strategien zeigt sich die gewohnt breite Spannweite bei der Performance. Alternative Managed Futures erzielten mit einer Medianrendite von 7,7% das beste Halbjahresergebnis aller ungehebelten Strategien und meldeten sich damit nach dem schwachen Jahr 2025 zurück. Offenbar konnten die Trendfolgemodelle die Marktbewegungen des Halbjahres erfolgreich umsetzen. Die beiden gehebelten Strategien markieren erwartungsgemäß die Pole des Spektrums: Alternative Equity Leveraged erreichte im Median +13,3% (bester Fonds: +41,5%), Alternative Dedicated Short Bias bildete mit –5,9% im Median das Schlusslicht.
Die Fixed-Income-Strategien lieferten solide, aber überwiegend unspektakuläre Ergebnisse: Alternative Credit Focus erzielte im Median +1,7%, Absolute Return Bond +1,1% – beide mit der gewohnt engen Streuung: Bei Absolute Return Bond liegen bester (+6,8%) und schwächster Fonds (–3,4%) nur gut zehn Prozentpunkte auseinander. Am anderen Ende der Dispersionsskala stehen Alternative Managed Futures (–19,1% bis +28,3%) und Alternative Long/Short Equity (–20,7% bis +25,3%) mit Spannen von über 45 Prozentpunkten. Die hohe Streuung innerhalb der Strategien unterstreicht einmal mehr, wie entscheidend die sorgfältige Fondsauswahl für den Anlageerfolg ist.
Dispersion innerhalb der Strategie im ersten Halbjahr 2026
Drawdowns geringer als am Aktienmarkt
Auch in der Risikobetrachtung bestätigt das erste Halbjahr die Stärken der Anlageklasse: 11 der 15 Strategien hielten ihre durchschnittlichen Maximalverluste unter dem Drawdown des MSCI World (EUR-hedged: –8,5% im laufenden Jahr). Die geringsten Rücksetzer verzeichneten die beiden Fixed-Income-Strategien Alternative Credit Focus (–2,2%) und Absolute Return Bond (–3,0%) sowie Alternative Currency Strategies (–2,4%). Sie bewegen sich damit auf dem Niveau von Euro-Anleihen (–3,0%). Deutlich höhere Maximalverluste wiesen erwartungsgemäß die beiden gehebelten Strategien Alternative Equity Leveraged und Alternative Dedicated Short Bias sowie Alternative Cryptocurrency auf.
Fast alle Strategien konnten ihre Drawdowns im ersten Halbjahr effektiv begrenzen
Über fünf Jahre zeigt sich noch deutlicher die stabilisierende Rolle Liquider Alternativen Strategien – in diesem Zeitraum ist auch das Jahr 2022 mit seinen hohen Verlusten bei Aktien aber auch bei Anleihen.
Drawdowns im Extrem: Liquid Alternatives über fünf Jahre besser als Anleihen
Drawdown-adjustierte Rendite offenbaren klare Cluster
Die Grafik stellt die durchschnittliche jährliche Rendite der vergangenen fünf Jahre dem durchschnittlichen Maximum Drawdown gegenüber. Die gestrichelten Linien markieren unterschiedliche Verhältnisse von Rendite zu Maximum Drawdown. Ein Wert von 0,5 beispielsweise bedeutet, dass einer Rendite von 10% p.a. ein Maximum Drawdown von 20% gegenübersteht. Anders ausgedrückt: Ein Prozentpunkt jährliche Rendite wird in diesem Fall mit zwei Prozentpunkten Maximum Drawdown erkauft.
Der MSCI World (EUR-hedged) erreicht mit rund 10,5% Rendite bei etwa 24% Maximalverlust ein Verhältnis von knapp 0,5 und setzt damit einen anspruchsvollen Referenzpunkt. Ein Cluster mit einem vergleichsweise günstigen Verhältnis von Rendite zu Maximum Drawdown bilden die drei Strategien Alternative Multi Strategies, Alternative Equity Market Neutral und Alternative Credit Focus. Außerhalb der gezeigten Achsen liegen die beiden gehebelten Strategien Alternative Dedicated Short Bias und Alternative Equity Leveraged.
Verhältnis von 5-Jahres-Rendite und Maximalverlust
Sharpe Ratios: Solides Rendite-Risiko-Profil auf breiter Front
Im ersten Halbjahr 2026 erzielten 62,5% der Fonds eine positive Sharpe Ratio. 30,3% erreichten einen Wert über 1 und damit ein sehr gutes Verhältnis von Rendite zu Risiko. Über ein Jahr weisen 72,1% der Fonds eine positive Sharpe Ratio auf (38,2% mit Sharpe Ratio über 1), über fünf Jahre sind es 71,1% (6,9% über 1). Auf Strategieebene liefern über fünf Jahre Alternative Credit Focus (durchschnittliche Sharpe Ratio 0,63), Alternative Equity Leveraged (0,55), Alternative Event Driven (0,44) und Alternative Equity Market Neutral (0,43) die besten risikobereinigten Ergebnisse.
Im Durchschnitt aller Strategien bewegen sich die Kosten auf einem weitgehend stabilen Niveau. Aktuell liegen sie mit rund 1,48% im langfristigen Durchschnitt.
Seit 2008 untersucht Lupus alpha das Universum der Absolute-Return- und Liquid-Alternatives-Fonds auf Basis von Daten des Analysehauses LSEG Lipper. Die vorliegende Studie umfasst in Deutschland zum Vertrieb zugelassene UCITS-konforme Fonds mit aktivem Managementansatz. Im Mittelpunkt der Studie stehen Marktgröße, -entwicklung und -zusammensetzung, die Performance im Anlagesegment und einzelner Strategien sowie Risikokennzahlen. Untersucht werden die drei Ebenen Anlageuniversum, Strategien innerhalb des Universums sowie Fonds innerhalb der Strategien. Unterschieden werden 15 Strategien (siehe Glossar, S. 12) mit insgesamt 727 Fonds.
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